6. September 2017 0 comments

Wer versteht, vertraut: Kulturtransformation aus Sicht einer Kommunikationsexpertin (Teil 1)

Interne und externe Kommunikation sind wertvolle Hebel im Prozess der Kulturtransformation. Denn wertebejahende Organisationen entwickeln sich auch deshalb positiv weiter, weil sie wirksam kundtun, was sie bewegt.

Informationen würdigen und planen

Entscheider, die entschlossen sind, den Prozess der Kulturtransformation sinnstiftend zu lenken, brauchen Mitarbeiter, die beherzt offenbaren, was für sie persönlich und unternehmerisch bedeutsam ist. Vorwärts „gehen“ Organisationen mit Menschen, die konstruktiv miteinander sprechen, weil sie wissen, wozu sie das tun. Wer aufrichtigen Respekt erfährt und erkennt, dass er wirklich etwas bewegen kann, öffnet sich leichter. Entscheidend ist es deshalb, die vorbereitende und flankierende interne Kommunikation so wertschätzend wie zielgerichtet zu konzipieren und in den Projektplan aufzunehmen.

Organisatorisches mitteilen

Bevor es losgeht, gibt die Führung Timing, Ablauf, Ort, Projektleitung und Kommunikationswege bekannt. Und sie geht auf die Ziele ein, die sie zu einem Kulturwandel bewegen. Die Richtung stimmt, wenn sich die Spitze im Schulterschluss dem Vorhaben zuwendet. Mitarbeiternahe Chefs betonen, dass die Werte der Angestellten für den Gehalt der Aktion tragend sind. Jeder Einzelne ist wichtig. Es geht darum, sich besser kennenzulernen, um zu entdecken, was Individuen ausmacht. Es geht auch darum, zu sehen, was das Team zusammenhält und was das Unternehmen von anderen unterscheidet. Mobilisierende Info on top: Die Mitarbeiter entscheiden über das finale Resultat, das Leitbild des Unternehmens, mit. Sonst besteht die Gefahr, dass sich wichtige Akteure verabschieden.

Das Unbeschreibliche in Worte fassen

Der Prozess der Kulturtransformation offenbart von der ersten Stunde ein großes Potenzial. Kolleginnen und Kollegen wachsen als Team zusammen, lernen sich auf verschiedenen Ebenen besser kennen und richten sich bewusst auf das große Ganze aus. Vorausgesetzt „Wertegestalter“ öffnen sich, nähern sich im Gespräch aufrichtig an und führen einen belebenden Dialog. Zum Beispiel: Was bedeuten für uns Mut, Vertrauen, Teamgeist oder Kundenzufriedenheit konkret? Wie leben wir Wirtschaftlichkeit, Effizienz oder Professionalität? Wie erleben unsere Marktpartner, wer wir sind? Und wie fühlen wir selbst, was uns stark macht? Welche inneren Bilder ermutigen uns? Welche Worte wählen wir, um den Geist unseres Hauses spürbar zu transportieren? Welche Begriffe stehen für das, was uns auszeichnet? Und von welchen Floskeln verabschieden wir uns bewusst?

Sprache bewusst gestalten

Unternehmen präsentieren ihre Kernwerte und pointieren ihre Vision und Mission. Wer sein Leitbild klar, einfühlsam und lebendig verfasst, haucht dem Geist des Hauses Leben ein. Wer positiv spricht und textet, erzielt behagliche Resonanz. Kurze und eindeutige Sätze stehen für Klarheit. Fachbegriffe oder branchenbedingte Wortungetüme hingegen bauen Mauern. Je einfacher die Sprache, desto selbstverständlicher schwingen sich die Adressaten auf die Botschaften ein.

Wichtig ist: Nur Wörter und Botschaften, die zu den Mitarbeitern und dem Unternehmen passen, entfalten Strahlkraft. Realistische Aussagen sichern zu, dass Teams einhalten, was sie versprechen. Gute Texte überraschen. Und sie sind erfrischend anders. Worthülsen hingegen schwächen.

Teil 2 dieses Gastbeitrags erscheint am 5.10.2017 hier in diesem Blog.

Susanne Kleiner ist freie PR-Beraterin, Texterin, Journalistin, Mediatorin und CTT Practitioner in München. Als Trainerin (dvct) und Coach (dvct) vermittelt sie persönliche und mediale Kommunikationskompetenz. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der internen und externen Kommunikation in Krisen, Konflikten und Veränderungsprozessen.


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