Change-Verständnis

Menschen in Veränderungsprozessen beklagen häufig, dass ihnen viel zu wenig Zeit für die Verarbeitung der anstehenden Veränderung zugestanden wird. Sie erleben in den jeweiligen Veränderungsprozessen ganz unterschiedliche emotionale Zustände. Die meisten Modelle (und die damit verknüpften Termini wie kognitive Einsicht, Tal der Tränen oder Ausprobieren) suggerieren aber, dass die Betroffenen einen linearen Prozess durchlaufen, was de facto in der Regel nicht der Fall ist.


„Veränderungsschleife“-Modell (Eigene Abbildung in Anlehnung an Gregg M. Furth)

Ganz am Anfang der Veränderung steht der Abschied von der „alten Welt“. Jeweils in Abhängigkeit von der persönlichen Erfahrung mit Veränderungsprozessen und der Veränderungsfähigkeit bewegen sich die Betroffenen in unterschiedlichen Richtungen und verschiedenen Geschwindigkeiten. Im Privatleben haben die meisten von uns vergleichbare Erfahrungen bei einschneidenden Veränderungen, wie z. B. dem Verlust eines Menschen, gemacht. Nicht von ungefähr gleicht das Modell „Veränderungsschleife“ der bekannten „Veränderungskurve“ aus der Trauerbegleitung.

Beispielsweise könnte sich ein Beteiligter in dieser Veränderung aufgrund guter Erfahrungen aus vorangegangen Projekten gleich auf die „Strecke“ wagen, mit der Station „Neuinvestition“ durchstarten und dann über das „Loslassen“ und „Ausprobieren“ in die „Integration“ gelangen. Ein anderer Beteiligter nimmt vielleicht zunächst überhaupt nicht Fahrt auf, legt einen Stopp in „Abwarten / Zögern“ ein und hält inne, bevor er sich auf den Parcours wagt. Das Besondere liegt in der Diagnose und Betrachtung des Gesamtbildes. Diese Analyse ist Grundlage für die richtige Auswahl an Interventionen, um die Veränderung erfolgreich zu gestalten.

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