21. Dezember 2017 0 comments

„Einen guten Beschluss“ – Gedanken zu der Zeit „zwischen den Jahren“

Einen guten Beschluss? Wer über diese Formulierung stolpert, kommt nicht aus dem Frankenland. Dort wünscht man sich das zum Jahresende und meint damit keine Entscheidung, auch nicht die berühmten gute Vorsätze, sondern einfach einen guten Jahresabschluss. Mir gefällt das: etwas gut zu beschließen, damit das Neue kommen kann.

Faszinierend finde ich auch den Ausdruck „zwischen den Jahren“. Das klingt für mich poetisch, man schwebt so dazwischen, und es fühlt sich nach unendlich viel Zeit an. Zeit zum Nachdenken, zum Reflektieren und um Tiefe zu erzeugen.

Die Zeit „zwischen den Jahren“ nutzen

Diese Zeit nutze ich für mich, indem ich das Jahr reflektiere. Zum Beispiel hinsichtlich meiner „Big Five for Life“, meiner fünf großen Lebensziele. Als Vorbereitung sammle ich erst einmal anhand dieser Big Five all das, was mein Herz das Jahr über erfreut hat, meine Themen und mein Vergnügen.

Das fällt mir leicht, da ich sowieso jeden Tag beschließe mit drei Aussagen zu „Heute war ein schöner Tag, weil …“. Meine Notizen vom Jahr durchzuschauen, macht Freude! Es ist eine reichhaltige Fülle, mit der ich beschenkt werde. Die wird mir oft erst am Jahresende wirklich bewusst.

Fragen über das vergangene Jahr

Im nächsten Schritt beantworte ich mir eine Reihe von Fragen. Hier auszugsweise einige:

  • An welchen Traum erinnere ich mich?
  • Was habe ich verloren oder gefunden?
  • Welchen Wunsch habe ich mir erfüllt?
  • Welchem Vorsatz bin ich treu geblieben?
  • Welche Menschen haben mein Leben bereichert?
  • Was war mein glücklichster Tag?
  • Was habe ich mit all meinen Sinnen genossen?
  • Was habe ich mit ganz viel Liebe getan?
  • Was hat mich ganz erfüllt?
  • Welcher Abschied fiel mir schwer?
  • Was hat sich zum Guten gewendet?

Das ist ein schönes Nachspüren, ein tieferes Reflektieren. Aber es ist nicht einfach. Einerseits spüre ich die Freude über Fragen, die mit positiven Erlebnissen und Empfindungen verbunden sind: „Worüber habe ich mich dieses Jahr so richtig gefreut?”, „Was habe ich Neues gelernt oder ausprobiert?”, „Welche Menschen haben mein Leben bereichert?“ oder auch „Was war mein glücklichster Tag?“.

Sich auch den negativen Gefühlen stellen

Andererseits gibt es Fragen, die schwer sind und noch schwerer werden, wenn ich sie aufschreibe: „Was war mein traurigster Moment?” oder „Welcher Abschied fiel mir schwer?“. Besonders Fragen, die tiefer gehen oder bei denen die Antwort nicht sofort da ist, lassen mich oft noch einmal den ganzen Schmerz spüren, der damit verbunden ist. So z. B. „Welche Person habe ich enttäuscht?“ oder „Was war meine bitterste Niederlage?“.

Kann sein, dass ich bis heute nichts daran ändern kann, aber ich darf meinen Frieden damit finden. Und auch diese Erkenntnis gehört für mich zu einem guten Beschluss.

Vorfreude aufs neue Jahr

Aber die Fragen-Liste erinnert mich zum Glück auch an viele kleine Glanzpunkte und macht neugierig auf das, was kommen mag. So eine Frage ist: „Was habe ich mit allen Sinnen genossen?“. Ich bin gespannt, welches Erlebnis ich dazu im zurückliegenden Jahr entdecke. Und noch viel mehr gespannt bin ich, was das Jahr 2018 da für mich bereithält.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern einen guten Beschluss!

 


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