5. April 2018 0 comments

„Im Märzen der Bauer …“ – Wie ist es um Ihren Boden bestellt, damit Kultur gedeiht?

Im Rahmen der Digitalisierung kommt oft die Frage nach der richtigen Unternehmenskultur auf. Wir möchten uns neu ausrichten, schneller und agiler werden, kollegial führen statt per strenger Hierarchie und starrer Abteilungen. Aber wie muss unsere Kultur oder die zukünftige Ausrichtung beschaffen sein, damit das gelingt?

Nicht ohne Grund habe ich das Frühjahr für diesen Blogbeitrag gewählt. Denn ich finde das Bild vom fruchtbaren Boden, auf dem Neues gedeiht, sehr passend. Jeder kennt das Lied „Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt, er setzt seine Felder und Wiesen instand!“ Gut, dieses Jahr ist die Natur etwas später dran und wir sind jetzt im April. Aber auch da gibt es für den Bauern genug zu tun!  Und jeder versteht: Wer ernten will, muss zuvor den Boden aufbereiteten!

Die Frage, ob die Saat aufgeht, hängt nicht allein vom Saatgut ab, sondern auch vom Acker. Mehrere Faktoren sind entscheidend: Bodenbeschaffenheit, Pflege und nicht zuletzt die klimatischen Bedingungen. In der Landwirtschaft zieht man Bodenproben, um zu messen wie es aussieht und was demnach zu tun ist.

Kultur ist der Boden, auf dem Entwicklung gedeihen muss

Und beim Kulturwandel? Auch hier, finde ich, sollte man sich zuerst die Frage nach der Qualität des Bodens stellen. Denn es bringt nichts, das „Saatgut“ der Veränderung auf einen Untergrund zu streuen, der vielleicht ganz ausgetrocknet und verhärtet ist und nur nach Wasser dürstet.

Unsere „Bodenprobe“, das ist die Kulturdiagnose mit dem Instrumentarium der Cultural Transformation Tools (CTT) von Richard Barrett. Anhand von sieben Ebenen können wir bestimmen, wo die gegenwärtige Unternehmenskultur ihre Schwerpunkte hat – sozusagen die Aufnahmebereitschaft für eine neue Saat.

Beispielsweise geht es auf den Ebenen 1 bis 3 um physisches Überleben und Sicherheit, um Anerkennung und Wertschätzung sowie um Leistung, Systeme und Prozesse. Organisationen, die vorwiegend hier unterwegs sind, benötigen Entwicklungsarbeit für eine stabile Basis. Neues, das auf einer anderen Ebene andocken müsste, hat hier kaum eine Chance.

Ist ein Unternehmen dagegen vorwiegend auf den Ebenen 4 bis 6 unterwegs oder hat die Fähigkeit, dort zu agieren, dann stehen ganz andere Themen im Fokus: Lernen und kontinuierliche Erneuerung, Aufbau einer Mitarbeitergemeinschaft, Strategische Allianzen und Partnerschaften. Sehr gute Voraussetzungen, damit ein Wandel hin zu New Work gelingt.

Ein Arbeitszyklus übers ganze Jahr

Mit der Bestellung des Ackerbodens geht es los, dann hat der Bauer das ganze Jahr über zu tun, bevor er sich bei der Ernte über den Lohn seiner Arbeit freuen kann. Und früh im nächsten Jahr geht es wieder von vorne los. Vielleicht mit einem Fruchtwechsel, um den Nährstoffverbrauch des Bodens auszugleichen.

Genauso ist es mit dem Kulturwandel. Das ist ebenso ein Prozess in immer aufeinanderfolgenden Zyklen: Das aufgegangene Saatgut hegen und pflegen, Unkraut beseitigen, Dünger zugeben, schließlich die Erfolge ernten. Und wieder messen. Von neuem den Boden bereiten, anreichern, mit dem Boden arbeiten.

… und freut sich, wenn alles schön grünet und blüht!

Haben Sie schon einmal so auf Ihre Unternehmenskultur geblickt? Wie gut kennen Sie Ihren Boden? Was würde gedeihen, was braucht noch Aufbereitung und Dünger? Wo stehen Sie in ihrem Arbeitszyklus, wie gut ist der Boden bereitet? Vielleicht haben Sie sogar schon reiche Ernten eingefahren?  Oder geht es erst darum, wer zur Hacke greift, wer den Pflug zieht und was überhaupt angebaut werden soll?

Gutes Blühen und Gedeihen, das wünsche ich allen, die ihren Kulturwandel anpacken.


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