26. Februar 2019 0 comments

David gegen Goliath: Held der Steine geht gestärkt hervor

Für den Sohn meines Partners ist er ein Role Model, für mich ist er der nette Inhaber eines Ladens in meiner Nachbarschaft und für die meisten ist er der „Held der Steine“. Thomas Panke betreibt ein kleines Geschäft für Lego und andere Bausteine und ist auch erfolgreicher YouTuber. Nun erlangte er ungewollt Berühmtheit, denn die Firma Lego ihn mit einer Deadline aufgefordert hat, seine Marke zu löschen. Wie clever er reagierte und wie die Geschichte weiterging, will ich hier gar nicht weiter ausführen. Lego erlebte einen Shitstorm, der sogar durch die Presse ging, Thomas Panke hingegen erntete jede Menge Sympathien und Bekanntheit. Ein interessanter Mensch in einer interessanten Situation, dachte ich. Anlass für mich, mal den Helden der Steine zu interviewen.

Wie sind Sie „Held der Steine“ geworden, wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen?

Zu diesem Beruf? Das ist Leidenschaft! Ich habe vorher im Büro gearbeitet und fand das auf Dauer außerordentlich unbefriedigend. Ich wollte gerne einen Laden eröffnen, weil ich das als unterhaltsam erachtet habe, und habe mir ein Produkt ausgesucht, das wahrscheinlich den meisten Menschen viel Freude macht. So muss ich nicht mit genervten Menschen unterwegs sein.

Was sind Ihre wichtigsten Werte, ich meine für Sie als Mensch?

Eine hohe Integrität bei Menschen ist mir sehr wichtig. Ich brauche sehr klare, sehr authentische Menschen um mich, die definitiv einen Plan haben und eine Idee verfolgen. Daran angedockt sind natürlich Werte wie Ehrlichkeit und Zielstrebigkeit.

Ist da ein Unterschied zu Ihren beruflichen Werten?

Ja, beim Beruflichen differenziere ich schon stark, dass jemand eine Rolle spielt. Das spiegelt nicht unbedingt den Menschen wider, der er ist. Auch ich erlebe häufig, dass ich im Geschäft anders sein muss als im Privaten. Ich bin ja auch Einkäufer, da muss man schon mal härter verhandeln. Es kommt z. B. vor, dass der eine in einer Notsituation ist, der andere hat eine komfortable Situation. Im Privatumfeld würde ich es jemandem übelnehmen, wenn er das ausnutzt. Im Geschäftlichen ist das völlig an der Tagesordnung.

Unabhängig von beruflich oder privat gehört aber zu meinen Werten – oder besser meiner Lebenseinstellung – die grundsätzlich positive Grundausrichtung, die ich haben muss, um in meiner Umgebung zu sein. Für mich ist wichtig, nicht nach Fehlern zu suchen, sondern nach Chancen. Optimismus muss da sein und der Wille, auch Sachen zu verfolgen, damit sie besser werden.

Welcher Ihrer persönlichen Werte war in dieser Auseinandersetzungsphase in Gefahr? Wir fangen ja an zu kämpfen, wenn unsere Werte in Gefahr sind.

Ja das stimmt. Mir ging es um grundsätzlichen Respekt. Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht so behandelt werde, wie ich behandelt werden möchte. Da fordere ich für mich in meiner Umgebung relativ viel ein. Wenn jemand mit mir in Kontakt tritt oder sich mit mir auseinandersetzt, dann erwartet ich, dass er weiß, wer ich bin und was ich mache. Normalerweise funktioniert das gut, in dem Fall hat es nicht funktioniert.

Das hat nichts mit Integrität zu tun. Der Anwalt hat getan, was sein Berufsstand normalerweise tut, das war schon integer. Aber der Umgang untereinander, der war achtlos. Und so etwas merke ich mir, da bin ich auch nachtragend. Und das äußere ich dann auch. Das meinte ich vorhin mit authentisch: Es kann nicht sein, dass ich mich darüber ärgere und nichts dagegen mache oder keine Konsequenzen ziehe.

Ich möchte, dass Menschen konsequent sind. Und ich erwarte auch Reaktionen, wenn ich mich auf eine gewisse Art und Weise verhalte. Ich wundere mich immer, wenn Menschen Dinge durchgehen lassen. Das würde nicht gut zu mir passen.

Was hat in den letzten 6 oder 8 Wochen Ihr Herz erfreut?

Ganz viel! Tatsächlich ist es so, dass sich für mich wesentlich weniger verändert hat als für meine Zuschauer oder für meine Besucher. Für mich war das Thema direkt wieder abgehakt, schon als ich das Video gepostet habe. Ich habe gleich wieder nach vorne auf neue Dinge geschaut.

Es ist ja immer diese tolle Geschichte, dass man, wenn man etwas Neues startet, neue Leute kennenlernt, mit denen man zusammenarbeitet, das ist sehr spannend. Positiv war, dass ich das Ganze nicht auf mich bezogen habe. Und toll war natürlich das Feedback von außen. Viele Zuschauer fanden das klasse und sind aufgeregt, was nun passiert in den nächsten Monaten. Dass da so viele mitgezogen haben, freut mich.

Ich hatte befürchtet, dass viele mit Bedenken kommen und Angst vor der Veränderung haben. Das hätte mich nicht daran gehindert, meine Pläne umzusetzen, aber es hätte mich eingebremst, weil ich gegen Widerstände hätte arbeiten müssen. Aber das kam gar nicht, das hat mich außerordentlich gefreut.

Herzlichen Dank für das Interview!


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